54 – Warum es die Staumauer gibt

54VON DER GRÖSSTEN STAUMAUER DEUTSCHLANDS

Einst hörte ich die Geschichte, weshalb es überhaupt einer solch gewaltigen, 106 Meter hohen Staumauer bedürfe:

„Als König Bodo eins beim Sturz vom Hexentanzplatz in die Bode fiel und sich beim Aufprall in einen Drachen verwandelte, da schleppte er die Krone Brunhildes (die ihr beim Sprunge vom Haupt gefallen war) die Bode hinauf und versteckte sie hinter dem heutigen Örtchen Wendefurth in einer Höhle.
Die Menschen hatten Angst darum, das Teufelstier könne sich aus dem Höllenschlund stürzen, sich die Schafherden die hier einst grasten, samt dem Schäfer einverleiben und den ganzen Harzgau unsicher machen.

Da beschlossen alle braven Bauern der umliegenden Flecken einen Staudamm zu errichten, die Höhle zu überfluten und das Biest für alle Zeit von Wasser umgeben dort einzuschließen.
„Was aber passiert, wenn uns der hölzerne Damm doch bricht?“, fragte einer der Ortsvorsteher und erinnerte seine Gemeinde an die Flut der Schneeschmelze vor drei Jahren – sämtliche hölzernen Brücken wurden damals fortgerissen.
„Recht hast du Bärtelson,“ sagte der Vorsteher Rübelands, „deshalb werden unsere Nachkommen auch eine Mauer aus Feldsteinen errichten!“

Und so kam es, dass die Mauer höher und höher wurde, doch den Drachen hörte man noch immer aus dem Schlunde wütend schnauben und brüllen. Mit den damaligen Mitteln jedoch, war der Bau nicht mehr in die Höhe zu treiben. Zur Not wurde manch Kriegsvolk eingesetzt, um den Damm Tag und Nacht mit dem Leben zu bewachen.

Erst in der Neuzeit, vor gerade erst einmal 60 Jahren , fand man Mittel und Wege eine solch gewaltige Mauer zu errichten, die wohl allen Gefahren trotzen würde: Die Rappbodetalsperre! Deren heutige „Mitarbeiter“, sollen noch dem ehemaligen Orden der edlen Ritter angehören und stillschweigend um ihre hohe Aufgabe wissen. Natürlich ist dass ein wohlgehütetes Geheimnis (bis heute), aber macht den Versuch: Sprecht sie auf den Drachen an und seht selbst, ob ihre Gesichter verraten, welcher Schrecken am Grunde lauert!“

Ob es der Teufelsdrache Bodo oder ein anderer Drache war, den man mit der Staumauer in einer tiefverzweigten Höhle am Grunde des Tales einschloss und ob die Geschichte überhaupt einen Funken Wahrheit in sich trägt, ich weiß es nicht zu sagen. Vorenthalten, wollte ich euch diese Story aber nicht! 😉

(aufgeschrieben von Carsten Kiehne, einer Gruppe Wanderern abgelauscht)