127 – Des Bergmannes Traum

127DES BERGMANNES TRAUM

Ein Bergmann in Klausthal träumte in der Nacht, daß er am folgenden Tage in seiner Grube einen üblen Schaden nehmen würde. Darum beschloss er an diesem Tage nicht einzufahren, meldete dem Steiger er wäre krank und blieb daheim. Da konnte er nun alle Fünfe gerade sein lassen und legte sich auf das kleine Sopha, das in seiner Stube stand.
Beim Umdrehen aber, stieß er seinen Ellenbogen schmerzlich am Balken. Daran hing ein schweres Plätteisen an einem dünnen, eisernen Nagel. Durch die Erschütterung fiel es herunter, dem Bergmann mitten auf den Kopf und erschlug ihn.

Von dieser Zeit an fahren die Bergleute noch unverzagter als zuvor in den tiefen Schacht, denn sie sahen aus dieser Begebenheit, dass man überall in Gottes Händen stände. Wen Gott zu sich holen will, den findet er auch auf dem Sopha.

(aufgeschrieben von Kiehne nach Pröhle, 1886; Bild aus dem Sagenpavillon Bad Harzburgs)